KONSEQUENTE KONZEPTE

AKTIONEN / INNOVATIONEN MIT KONSEQUENTEN KONZEPTEN IN RAUM UND DESIGN

2013

KONZENTRAT_KÜCHE

Studierende der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur zeigen auf der Zuliefermesse ZOW Design-Konzepte einer zukunftsweisenden Küchenkultur…

16.02.2016

 © Hochschule Ostwestfalen- Lippe

Gestartet ist das Projekt unter der Leitung von Prof. Ulrich Nether und Prof. Dr. Andreas Vetter unter dem Namen „Das Küchenprojekt“.  Die historisch bedeutende Frankfurter Küche ist in den 1920ern im Rahmen des Wohnungsbaus für das Projekt „ Neues Frankfurt“ entstanden aus Überlegungen der Optimierung von Arbeitsabläufen und Raum.  Sie gilt als die Referenz für die Entwicklung der Einauküche und hat so bis heute Relevanz, wird aber dabei kaum wirklich gründlich betrachtet. Im Archiv der Designsammlung der Hochschule im Lippischen Landesmuseum befindet sich eine Originalvariante der zahlreichen Formen dieser Küche. Sie wurde genutzt, um neue Zukunftsweisende Erkenntnisse zu gewinnen.

Das Detmolder Exemplar

DAS DETMOLDER EXEMPLAR

Impressum

ERGEBNISSE

WERT.KOCHEN JANA SALLAND

Dieser konzeptionelle Entwurfsansatz löst den Prozess der Speisenzubereitung aus dem überladenen Ort – der Küche – heraus. Vorgegebene Handlungsstränge und eine reduzierte Auswahl an Küchengeräten sollen Arbeitsabläufe bewusster machen und zur Auseinandersetzung anregen. Durch die Reflexion dieser Arbeitsschritte soll ein Diskurs über Eigentum und Besitz sowie Wichtiges und Unwichtiges angeregt werden. Der Benutzer wird dazu aufgefordert, sich anhand dieses Entwurfes mit seinem Verhältnis zum Umfeld zu beschäftigen.

KÜCHENTYP GESUCHT! SUSANNE RIFFELMANN

Verschiedene Lebenssituationen und -bedürfnisse führen zu unterschiedlichen Vorstellungen von einer idealen Küche. Die Küche von heute ist nicht mehr nur Arbeitsplatz für die Zubereitung von Speisen, sondern Ausdruck individueller Lebenseinstellungen. Diese bilden sich ab in Form, Farbe, Anordnung und Ausstattung der eigenen Küche. Minimalisten finden sich genau so wieder, wie Automatisierungs- und Technikliebhaber. Erfahren Sie mit Hilfe eines Testes mehr darüber, was man in der Küche wirklich benötigt und stellen Sie mit einem Augenzwinkern fest, welcher Küchentyp Sie sind!

LINKING KITCHEN STEFANIE HENDRICKS

Diese Küche passt sich dem Normadenleben junger Erwachsener perfekt an. Die Konstruktion mittels Holz-Steckverbindungen lässt sich schnell und einfach auf- und abbauen und kann sich durch individuelle Ergänzungen den persönlichen Vorstellungen anpassen. Als kleine, auf eine hohe Funktionalität ausgerichtete Küchenzeile unterstützt sie den Benutzer bei der schnellen Zubereitung von Speisen und ist dabei trotzdem jederzeit so mobil wie ihr Besitzer, wenn es darum geht, nach einem Umzug sofort wieder zu Diensten zu stehen. Zerlegbarkeit und Materialität – ressourcenschonende natürliche Materialien wie Holz und Textilien – machen diesen Entwurf zu einem nachhaltigen Produkt.

ZUBEREITUNGSZIRKEL JESSICA NEUMANN

Das Projekt zeigt die unterschiedlichen Handlungsabläufe bei der Zubereitung von Speisen in Form einer Aneinanderreihung von einzelnen Bearbeitungsstationen, die auf die Küchenarbeitsplatte übertragen werden. Die dadurch entstehende Zonierung von Funktionsflächen entspricht der Idee der Frankfurter Küche, die erstmals die Küche als modernen Arbeitsplatz wahr nahm und die Handlungsabläufe durch die Anordnung der Küchenelemente optimierte. Dieser Küchenentwurf ist ein Denkmodell für die Optimierung von Gestaltung und Konstruktion von zukünftigen Küchen im Hinblick auf die optimale Benutzbarkeit.

KITCHEN CUBES CLAUDIA GROTEFENDT

Längst muss sich die Küche verschiedenen Lebensmodellen anpassen – an Single- oder Familienhaushalte, an kleine und große Räumlichkeiten.

Die mitwachsende Küche ermöglicht das durch die Auswahl und Positionierung verschieden großer Komponenten innerhalb der entstehenden Küchenzeile. Sie teilen sich – je nach Platzbedarf- und Angebot – in unterschiedlich breite Schubladenelemente für Geschirr, Besteck und Lebensmittel, sowie in Funktionselemente für einen Kühlschrank, Geschirrspüler und Backofen auf.

Eine einmal konzipierte Küche kann so nach einem Umzug oder veränderten

Nutzerbedürfnissen neu kombiniert oder ergänzt werden.

GARTENKÜCHE NORA HACKLÄNDER

Der Einkauf im Supermarkt bringt alles, was man zum Leben braucht, auf unseren Küchentisch. Der Konsum ist dabei entkoppelt von der Herkunft und den

Herstellungsprozessen unserer Nahrungsmittel. Die Zunahme von Fertigprodukten entzieht der Küche ihre ursprüngliche Funktion. Die Gartenküche bringt uns zurück zum Ursprung. Der Nutzer ist aufgefordert, sich seine Lebensmittel selbst anzubauen und damit eine Beziehung zu ihnen her-zustellen. Die Elemente der Gartenküche werden gestalterisch in ein funktionales Küchenkonzept integriert und somit selbstverständlich in der Nutzung.

FÜR FORTGEDSCHRITTENE CATALIN BRUNS

Im Laufe des Alterungsprozesses verändert sich die Anatomie des menschlichen

Körpers. Der Rücken krümmt sich als Folge der Veränderung der Wirbelsäule,

Greif- und somit Aktionsradius verkleinern sich. Schwerhörigkeit und

Sehschwächen nehmen zu, Muskeln nehmen ab, die Feinmotorik wird eingeschränkt. Dieser Küchenentwurf passt sich den veränderten Nutzungsbedingungen sowie den Befindlichkeiten der Nutzer an. Die Berücksichtigung verschiedener ergonomischer Gesichtspunkte im Hinblick auf das Alter der Benutzer sollen Senioren dabei helfen, sich so lange wie möglich selbständig zu versorgen, ohne fremde Hilfe in Anspruch nehmen zu müssen.

MOMENTMAHL EVA BARTENBACH

Ein Ziel der Frankfurter Küche war die Rationalisierung von Handlungsabläufen

zwecks Zeitersparnis. Heute leben wir in einer schnelllebigen Welt, in welcher

der Wunsch nach Entschleunigung wächst. Die Wertschätzung von Lebens-mitteln und des Essrituals selbst bleibt oft auf der Strecke. Das MomentMahl trägt durch verzögernde Handlungsabläufe dazu bei, dass die Nahrungsaufnahme zu mehr als nur einer Beiläufigkeit wird. Servierte Speisen werden wie eine Kostbarkeit schrittweise zugänglich gemacht. Sowohl fernöstliche als auch westeuropäische Traditionen und Rituale fließen ein in einen Entwurf, der das Speisen zur Inszenierung macht.

LIEBLINGSKÜCHE CAROLINE SCHICK

Die Küche ist in den letzten Jahren immer mehr in den Mittelpunkt des Wohnens gerückt. Sie ist nicht mehr nur Arbeitsplatz sondern auch Ort der Kommunikation. Das gemeinschaftliche Zubereiten von Speisen soll Personen jeden Alters und Handicaps gerecht werden. Diese Küche kann sich mit unterschiedlichen Arbeitshöhen und verstellbaren Arbeitselementen auf stehende und (im Rollstuhl) sitzende Benutzer einstellen. Optische und akustische Orientierungsmerkmale für Bewohner mit eingeschränkten Seh- und Hörfähigkeiten machen die Küche sicher. Hier kann man kochen und verweilen, redenund essen.

TISCHWÄRTS TANJA ROGALA

Ein zentral im Raum gelegener, sehr reduzierter Koch- und Essplatz splittet die Prozesse ‘Kochen’ und ‘Essen’ in zwangsweise aufeinanderfolgende Phasen auf, die nur durch gemeinsame Organisation und Kommunikation bewältigt werden können. Der Aufbau des Möbels und die reduzierte Ausstattung unterstützen eine Konzentration auf die Prozesse und geben diesen eine neue Wertigkeit. Ein experimentelles Küchenmöbel, als kritische Reflexion der heutigen Kochund Essgewohnheiten.

PAN TAU SUSANNE THÜTE

Der speziell aufgespulte Edelstahlrundstahl passt sich Pfannen und Töpfen an, die bei anderen Abtropfgittern zu kurz kommen, und trotzdem finden genug Teller, Gläser und Besteck Platz, um sein Geschirr für 3 bis 4 Personen trocken zu halten. Pan Tau ist elegant gekleidet, denn sein Edelstahlkern ist mit einem Segelseil ummantelt. Diese Besonderheit dient als Stoßdämpfer und nimmt Wasser auf. Das Seil lässt sich abziehen und ist somit wasch- und austauschbar. Auch ohne Geschirr macht Pan Tau eine gute Figur, denn die Form wirkt dekorativ und elegant wie eine Skulptur.

DER MESSEAUFTRITT

Der Messestand wurde geplant und konzipiert von den Studierenden Sophie Hamrighausen, Kyra Blauza und Anastasia Görz. Große Unterstützung beim Aufbau erhielten die Studierenden aus der Tischlerei der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur von Dipl.-Ing. Markus Opitz und Dipl.-Ing. Markus Dubbert.


Die Ergebnisse wurden gemeinsam mit der Original-Küche in der Ausstellung »konzentrat | küche« auf der Zuliefermesse für Möbelindustrie und Innenausbau „ZOW“ in Bad Salzuflen vom 16. bis 19. Februar 2016 in Halle 22.1 präsentiert.

Inspiration Profiküche Konzentrat_Küche